Schadstoffe in Baby- und Kinderartikeln

Immer wieder sind Eltern und Verbraucher durch die Testurteile unabhängiger Institute wie Stiftung Warentest, Öko-Test usw. verunsichert, wenn Schadstoffe in Baby- und Kinderartikeln gefunden werden, die diese täglich in die Hand nehmen, auf der Haut tragen oder mit denen sie spielen. Viele der chemischen Verbindungen sind uns unbekannt. Der Sinn oder Unsinn des Einsatz solch chemischer Verbindungen, die oft als Giftstoffe entlarvt werden, ist uns nicht klar. Kennt man jedoch deren Eigenschaften, wird man zum Teil feststellen, dass wir als Verbraucher mit unserem Anspruch an Produkte, diesen Einsatz erst für die Industrie rentabel machen. Wer möchte schon Flip Flops tragen, die hart wie ein Brett sind? Kunststoffe sollen im natürlichen Sonnenlicht, dem sie oft ausgesetzt sind, wenn sie sich in Produkten wie Fahrrad-Kindersitzen befinden, nicht ausbleichen. Viele der Eigenschaften, die wir als Verbraucher wünschen, fordern oder an die wir uns gewöhnt haben, sind nur durch den Einsatz chemischer Verbindungen möglich. Ein Umdenken in unseren Ansprüchen und unserem Konsumverhalten kann dies ändern. Denn niemand möchte Schadstoffe in Baby- und Kinderartikeln, die diese gesundheitlich schädigen. Wenn Produkte nicht nachgefragt und gekauft werden, wird dies von den Herstellern, die natürlich auch in eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen auf der Suche nach innovativen und ungefährlichen Lösungen sind, wahrgenommen und meistens verändert.

Da auf dieser Seite Baby- und Kinderartikel angeboten werden, möchten wir ihnen in Form eines Schadstoffüberblick eine kleine Hilfestellung bieten, um die Gefährlichkeit einzelner Schadstoffe in Baby-und Kinderartikeln, die nachgewiesen wurden, selbst einschätzen zu können. Schadstoffe werden kurz erklärt und finden sie offizielle Stellungnahmen, Presseerklärungen und weitere Informationsquellen der Behörden, die sich mit Schadstoffen in Baby- und Kinderartikeln beschäftigt haben, indem sie Grenzwerte festlegt, den Einsatz von chemischen Verbindungen bewilligt oder untersagt haben.

Schadstoffe in Baby- und Kinderartikeln alphabetisch geordnet:

Amin p-Aminoazobenzol (Anilingelb, ein gelber Azofarbstoff)

ist umweltgefährdend und giftig. Es wird in Tintenpatronen, Lacken, Kunststoff und als Ausgangsbasis für andere Farbstoffe eingesetzt. Auch in der Lederindustrie wird er als Färbungsmittel eingesetzt. In der Pyrotechnik wird gelber Rauch damit erzeugt. Aber auch als Insektizid wird es eingesetzt.

  • Was bewirkt Anilingelb?

Es gilt als stark krebserregend und es wird vermutet, dass es mutagen also genverändernd ist. Besonders die aromatischen Amine sind eindeutig beim Menschen krebserzeugend (Käfferlein et al. 2009).

  • Wie gelangen Azofarbstoffe in den Körper?

Azofarbmittel sind in in zwei Gruppen unterteilbar. Die Azofarbstoffe, die wasserlöslich (hydrophil) und fettlöslich (lipophil) sind. Diese können über die Haut oder den Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt) in den Körper aufgenommen werden. Die Azopigmente, die unlöslich sind, können nur über Lunge oder Gastrointestinaltrakt aufgenommen werden. (Käfferlein et al. 2009)

Antimon

ist ein Halbmetall. Es ist ein seltenes Metall, das auch in elementarer Form vorkommt.

  • Wofür wird Antimon genutzt?

Vorwiegend wird hergestelltes Antimon für Legierungen verwandt. Früher wurde es im medizinischen Bereich (Brechweinstein) gegen parasitäre Erkrankungen wie beispielsweise Leishmanniose oder Trypanosoma eingesetzt. Antimon(V)-sulfid ist als roter Bestandteil in dem Zündkopf von Streichhölzern zu finden. Antimonoxide werden als Katalysatoren bei der Herstellung von PET und als Flammschutzmittel in Textilien, Farben, Kunststoffen, Autositzbezügen, Kabelummantelungen, Vorhangstoffen und Kinderkleidung eingesetzt. Aber auch in Pestiziden und Beizen kommt es vor.

  • Wie gelangt Antimon in den Körper?

Antimon kann aus Kunststoffen und Textilien ausdünsten und über die Schleimhäute aufgenommen werden. Oral wird es als Brechweinstein eingenommen und über den Verdauungstrakt aufgenommen. Unverdünnte Fruchtsäfte, die in PET-Flaschen abgefüllt sind, können bis zu 44,7 µg/l Antimon enthalten, da bisher noch keine Richtlinien existieren. Für Trinkwasser gilt in der EU ein Grenzwert von 5 µg/l.

  • Was bewirkt Antimon?

Oral eingenommen können bereits Mengen von 200 bis 1200 mg tödlich sein. In der EU gilt Antimonflourid als giftig. Antimon-Chloride gelten als ätzend und umweltgefährlich. Alle anderen Antimonverbindungen gelten als gesundheitsgefährlich und umweltgefährlich. Antimon selbst gilt als reizend. Antimon(III)-oxid wird als möglicherweise kanzerogen eingestuft. Verbindungen, die sich aus Kunststoff oder Textilien lösen, gelten als Haut- und Schleimhautreizend.

Cadmium auch Kadmium

zählt zu den Schwermetallen. Aufgrund seiner Lage im Periodensystem wird es auch zu den Übergangsmetallen gezählt, zu denen es streng genommen nicht gehört. Cadmium und seine Verbindungen sind bereits in geringen Mengen giftig.

  • Wofür wird Cadmium genutzt?

Verboten ist in der Europäischen Union seit 2011 die Nutzung in Schmuck, Legierungen zum Löten und in PVC. Eingesetzt wird es noch in roten und gelben Lacken, in Cadmium-Nickel-Akkus, als Rostschutzmittel für Eisenwerkstoffe, in Lötzinn und industriellen Bereichen wie der Nukleartechnik, Lasern etc. Cadmium fällt als Nebenprodukt bei der Zink-, Blei- und Kupfergewinnung an. Problematisch ist, dass Cadmium auch in Düngern und Pestiziden zu finden ist.

  • Wie gelangt Cadmium in den Körper?

Cadmium wird vom Menschen hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Nahrungsmittel wie Leber, Pilze, Muscheln, Schalentiere, getrockneter Seetang aber auch Kakaopulver sind die cadmiumsreichsten. Leinsamen gilt ebenfalls als besonders cadmiumreich, weshalb täglich nicht mehr als 20 g verzehrt werden sollten. Tabakrauch transportiert ebenfalls große Mengen von Cadmium in die Lungen, wo es dann in den Blutkreislauf aufgenommen wird.

  • Was bewirkt Cadmium?

Cadmium wird über die Nahrung aufgenommen und zu ca. 5 % über den Darm resorbiert. Die Resorptionsrate steigt bei Eisen- und Calciummangel an. Die Aufnahme in den Blutkreislauf erfolgt über Leber und Nieren, die geschädigt werden können. Cadmium konkurriert mit Calcium im Körper, was bis zur Freisetzung des Calciums aus den Knochen führen kann, wodurch Knochenbrüche und Osteoporose auslöst wird. Die orale Aufnahme von Cadmium-Salzen kann zu Erbrechen und Durchfall führen. Die Aufnahme von Cadmium-Dämpfen kann Atemwegsreizungen und Kopfschmerzen hervorrufen. Chronische Vergiftungen äußern sich durch Verlust des Geruchssinn, Blutarmut, Wirbelschmerzen und in fortgeschrittenen Stadium durch Knochenmarksschädigungen bzw. Osteoporose. Cadmium ist krebserzeugend, erbgut und fruchtschädigend. Es kann Schäden an Immunsystem und Zentralnervensystem verursachen und zu psychischen Störungen führen.

Chlorkresole

sind eine chemische Verbindung, die zu den Chlormethylphenolen gehört.

  • Wofür werden Chlorkresole genutzt?

Diese werden als Desinfektions- und Konservierungsmittel in Leder, Textilien, Farben, Leim, Klebstoff, Tinten und als Zwischenprodukt in der Herbizidherstellung eingesetzt.

  • Wie gelangen Phenole insbesondere Kresole in den Körper?

Aufgenommen werden Kresole über die Haut. Die Aufnahme erfolgt sehr schnell. Phenole insbesondere Kresole rufen bei Hautkontakt akute Hautschäden hervor, da sie eiweißzersetzend sind. Durch die sofortige Zerstörung der Eiweiße in den Hautzellen, wird dieser Schutzmechanismus des Körpers sofort überwunden. Bei offenen Schleimhäuten im Nasen-, Rachenraum oder dem After gelangen Phenole direkt ins Blut und werden im Körper verteilt.

  • Was bewirken Kresole und Phenole?

Es kann bei akuten Kresol-Vergiftungen zu Nierenschäden, Störungen des Zentralennervensystems (ZNS) wie Krämpfen, Bewußtlosigkeit und  Atemlähmungen kommen. Ferner gelten Kresole als kanzerogen. Werden Phenole oral aufgenommen, kommt es zu Verätzungen, die allerdings aufgrund der anästhetischen Wirkung von Phenolen nicht bemerkt werden. Im Blutkreislauf können Phenole innere Organe durch multiple Eiweißzerstörungen schädigen und letal (tötlich) wirken.

BfR Stellungnahme 2009 zu Phenolen

Chlorparaffine (CP)

werden auch chlorierte Paraffine oder Chloroparaffine genannt. Es handelt sich dabei um Ketten von Kohlenstoffatomen (C), an die normalerweise Wasserstoffatome binden (H) = Kohlenwasserstoffe. Der Chlorierungsgrad gibt an, wieviele der Wasserstoffatome durch Chloratome (Cl) ersetzt wurden.

  • Wofür werden CP genutzt?

Diese werden als Weichmacher in Kunststoffen, Beschichtungen oder als Flammschutzmittel in Gummi, Papier und Textilien eingesetzt.

  • Wie gelangen CP in den Körper?

Aufgenommen werden CPs über die Haut. Ein längerer Kontakt mit CP behandelten Textilien sollte vermieden werden.

  • Was bewirken CP?

Sie können sich in Fettgewebe, Nieren und Leber anreichern. Kurzkettige CPs (short chain (CP) = SCCP; langkettige CP = long chain (LCCP)) gelten beim Menschen als krebserzeugend. Die kurzfristige Toxizität ist gering. Mit fallender Kohlenstofflänge nimmt die chronische Toxizität zu.

BfR Risikobewertung 2002

Chromate

sind Salze der Chromsäure. Es bilden neben den Chromat-Anion Dichromate in wässrigen Lösungen. Unter saueren Bedingungen bilden sich Trichromate, Tetrachromate und Polychromate. Diese kann man anhand ihrer Färbung von gelb über orange, rötlich bis tiefrot unterscheiden.

  • Wofür werden Chromate genutzt?

Diese werden als Oxidationsmittel unter sauren Bedingungen genutzt. Als Korrosionsschutzmittel oder als farbgebender Bestandteil in Malerfarbe (z. B. Chromgelb) werden sie genutzt. Aber auch in bei der Herstellung von Alkoholen finden sie Verwendung. In der Lederartikelherstellung, in Holz, Kosmetika, Zement und der Galvano-Technik wird Chromat genutzt. In der Lederherstellung wird es als Gerbemittel genutzt, um blaugrünes bis blaues oder in Verbindung mit Fettgerbstoffen gelbes Leder herzustellen.

  • Wie gelangen Chromate in den Körper?

Aufgenommen werden Chromate über die Haut (Chromatallergie = Maurerkrätze). Ein längerer Kontakt mit Chromat behandelten Materialien sollte vermieden werden. Der beste Tipp ist eine Vermeidung des Kontakts mit Chromaten.

  • Was bewirken Chromate?

Alle Chromate und andere Chrom(VI)-Verbindungen sind stark giftig, wassergefährdend und krebserzeugend. Die Chromatallergie ist mit 4 bis 10 % eine der häufigsten Kontaktallergien in Deutschland. Die Haut ist gerötetet, diese Rötungen können in Geschwüre mit Juckreiz sowie Hautrisse übergehen. Kreuzreaktionen mit Nickel oder Cobalt können hervorgerufen werden. In schweren Fällen kann es zu einer akuten Nierenschädigung kommen.

BfR Stellungnahme 2006

Dibutylzinn (DBT)

ist eine Organozinnverbindung, die zur Stabilisierung von Kunststoffen verwendet wird. Seit Januar 2012 dürfen Produkte, die für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind und diese Verbindung enthalten nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Es gibt einige wenige Produkte, die bis zum 1. Januar 2015 davon ausgenommen sind, da unter deren Verwendung eine andauernde Exposition des Menschen ausgeschlossen wird. Mehr Informationen bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Umweltbundesamt (UBA), die dazu Stellungnahmen veröffentlicht haben.

  • Was bewirken Organozinnverbindungen?

Sie haben eine toxische Wirkung wie die Schädigung der Immungene auf den Menschen und können die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen.

BfR Stellungnahme von 2011

UBA Stellungnahme von 2008

Formaldehyd (chem. Methanal)

kommt in menschlichen Zellen als Zwischenprodukt des Stoffwechsels vor. Es ist natürlicherweise in Holz aber auch Obst wie Äpfel und Weintrauben zu finden. Zu finden ist Formaldehyd in Textilien, die es pflegeleich machen soll, in Kosmetika als Konservierungsstoff oder in Holzprodukten (Spanplatten) als Bindemittel. Eine unvollständige Verbrennungen wie beispielsweise das Rauchen setzt ebenfalls Formaldehyd frei. Für Textilien gibt es Grenzwerte, die bei Babybekleidung bei 20 mg/kg (20ppm), bei hautnah getragener Kleidung bei 75 mg/kg (75 ppm) und bei sonstigen Textilien bei 300 mg/kg (300 ppm) liegen. Der zulässige Grenzwert in Deutschland liegt bei 1500 mg/kg (1500 ppm), dieser muss nur durch einen Hinweis gekennzeichnet sein.

  • Was bewirkt Formaldehyd?

Formaldehyd gilt als krebserzeugend beim Menschen. Es ist als Allergen eingestuft und kann zu Atemwegs-, Haut- oder Augenreizungen führen. Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten können als Folge auftreten, wenn man Formaldehyd permanent ausgesetzt ist.

  • Wie gelangt Formaldehyd in den Körper?

Es gelangt durch Inhalation über die Atemwege oder durch Aufnahme über die Haut in den Körper.

  • Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Am besten waschen sie die Textilien. Kosmetika, die Formaldehyd enthält ist sehr kritisch zu betrachten, da sie ja trotz der bekannten allergenen Wirkung direkt auf die Haut aufgetragen wird. Auch in Schuhen ist Formaldehyd nachgewiesen. Lassen sie Schuhe nicht in der Wohnung, wenn es möglich ist, sondern stellen sie sie in den Hausflur. Bei Möbeln hilft das Auslüften zwar in Bezug auf den penetranten Geruch etwas, aber auch hier ist eine kritische Betrachtung notwendig, da man in Räumen lebt und sich auch lange aufhält, in denen die Möbel stehen oder sogar in den Möbeln schläft.

BfR Stellungnahme 2004

Die Stellungnahme von 2006 vom BfR beinhaltet eine erneute toxikologische Bewertung von Formaldehyd. Die geforderten Grenzwerte sind konventionell und liegen um das 10fache niedriger als es derzeit erlaubt ist.

BfR Stellungnahme 2006

Nonylphenol

ist eine Mischung aus einem aromatischen Ring mit einer Hydroxygruppe (OH = Alkohol) und n-Nonylphenolen (das n- steht für eine unterschiedliche Anzahl an Nonylphenolen, die eine Seitenkette bilden). Es ist umweltgefährdend und ätzend. Eingesetzt wird es in Waschmitteln, Arzneimitteln oder als Weichmacher. Seit 2003 ist es in der EU nicht mehr zugelassen. Importe aus China, Türkei oder Indien können Nonylphenol enthalten. Problematisch, da viele Zulieferer in diesen Ländern ihren Sitz haben und an Hersteller von Baby- und Kinderartikeln liefern. Auch in Lebensmitteln wurde Nonylphenol gefunden. Man vermutet, dass es durch die Verpackungen zu einer Übertragung auf die Lebensmittel kam.

  • Was bewirkt Nonylphenol?

Es wird vermutet, dass es hormonelle Einflüsse auf den Menschen hat. Nierenveränderungen oder Zellnekrosen (Absterben der Zellen) der Leber werden genannt.

BfR Stellungnahme 2002

Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder PAH (Polycylic Aromatic Hydrocarbons)

(in englischsprachigen Texten) sind Weichmacher, die sich in Plastikprodukten wie Flip Flops finden lassen. Diese organischen Verbindungen bestehen aus zwei miteinander verbunden Kohlenstoffringen. Bekannte PAK sind Naphthalin, ein Zwischenprodukt für Azofarbstoffe, Insektizide usw., Anthracen, ein Zwischenprodukt der Farb- und Plastikherstellung und Fluoren in Farb- und Kunststoffen. Natürlich kommen PAK in Kohle und Erdöl vor. Auch Raucher oder Waldbrände setzen PAK frei.

  • Wie gelangen PAK in den Organismus?

PAK kann über die Nahrung, das Trinkwasser, die Haut oder über die Lungen durch das einatmen belasteter Luft aufgenommen werden und in den Organismus gelangen.

  • Was bewirken PAK?

Reaktionen, die durch PAK hervorgerufen werden, sind: Entfetten der Haut und Hautentzündungen, Reizungen der Atemwege, der Augen und des Verdauungstrakt. Einige PAK sind beim Menschen krebserregend, fruchtschädigend oder fortpflanzungsgefährdend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zusammen mit dem Zentralen Erfahrungsaustauschkreis (ZEK) ein Dokument entwickelt, dass sicherstellt, dass in den Prüflaboren eine einheitliche Methode zur Ermittlung des PAK Gehaltes angewandt wird. Wodurch vergleichbare Ergebnisse erzielt werden.

BfR Stellungnahme 2009

  • Wie erkenne ich PAK?

Leider ist dies nicht so einfach. Ein Indiz ist, wenn die Produkte nach „Gummi“ oder „Öl“ riechen. Nur durch Ansehen ist es nicht möglich zu sagen, ob ein Produkt PAK enthält.

TÜV Rheinland Pressemitteilung 2009

  • Was kann ich tun, um mich und mein Kind vor PAK zu schützen?

Vermeiden sie stark riechende Artikel. Egal, ob es der Griff am Kinderwagen, die Gummistiefel oder FlipFlops sind. Besonders bei Spielzeug, das von den Kindern auch noch in den Mund genommen wird, gilt lieber Qualität und dafür etwas weniger. Hilft auch beim leidlichen Aufräumen des Kinderzimmers! Das Umweltbundesamt empfiehlt Verbrauchern, sich an dem GS-Zeichen zu orientieren, dieses wird Produkten verliehen, die auf PAK und andere Schadstoffe getestet wurden und „bestimmte Grenzwerte“ nicht überschreiten. Allerdings gelten unterschiedliche Richtwerte je nach Länge des Hautkontaktes. Bedauerlich ist, dass die Grenzwerte im Arbeitsbereich deutlich unter den Grenzwerten bei Produkten liegen. Als Verbraucher haben sie die Möglichkeit, die Herstellern zum Umdenken zu bewegen, indem sie die Produkte nicht kaufen.

UBA Informationen zu PAK

TDCPP (Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat) oder TDCP

ist eine chemische Verbindung, die zur Stoffgruppe der Phosphorsäureester zählt. Sie ist umweltgefährdend und giftig. Sie wird als Flammschutzmittel z. B. für Polyurethanschäume eingesetzt. Polyurethanschäume finden sich beispielsweise in den lustigen bunten Haushaltsschwämmen, die es in vielen Läden für einen Euro als bunte Stange in Plastik verpackt, zu kaufen gibt. Man findet sie auch in Matratzen, Schuhsohlen, Autositzen oder in latexfreien Kondomen. Sie sind einmal ausreagiert nicht mehr toxisch (giftig).

  • Was bewirkt TDCPP?

Beim Menschen wird eine Krebs erzeugende Wirkung vermutet. Es kann im Fettgewebe nachgewiesen werden und wurde bei männlichen Probanden in der Samenflüssigkeit nachgewiesen. Eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit wird ebenfalls vermutet.

UBA Fact Sheet (Fakten zu TDCPP)

Phthalate (Phthalsäureester)

sind Weichmacher, die die Industrie für Kunststoffe wie beispielsweise PVC einsetzt. Phthalate findet man z. B. in Kinderspielzeug. Sie können jedoch auch in den Sichtfenster von Kinderwagen oder anderen Gummiprodukten, in Kosmetika oder sogar Arzneimitteln enthalten sein. Es gibt zwei Arten von Phthalaten: niedermolekulare und höhermolekulare.

  • Was bewirken Phthalate?

Niedermolekulare Phthalate gelten für den Menschen als gesundheitlich problematisch, da sie verdächtigt werden, wie Hormone zu wirken. Dies kann Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes beim Mann hervorrufen. In einer EU-Untersuchung wurde festgestellt, dass der Hormonhaushalt von männlichen Föten und Kindern gestört werden kann, sodass eine Feminisierung eintritt. Besonders problematisch ist, das niedermolekulare Phthalate als Gemisch mit anderen Substanzen in ihrer Giftigkeit potenziert werden.

  • Wie gelangen Phthalate in den Körper?

Sie dünsten aus und können sich durch Speichel und Schweiß lösen. Problematisch ist dies bei Kindern, die noch alles in den Mund nehmen. Auch Griffe oder Gurte, die vorher mit Hand- oder Körperschweiß bereits in Kontakt kamen, wodurch schon bei belasteten Artikeln eine erhöhte Ausdünstung entsteht.

  • Verbotene Phthalate

Die Phthalate DEHP, DBP und BBP sind in Spielzeugen verboten. In Babyartikeln sind es die Phthalate DINP, DIDP und DNOP, da sie in den Mund genommen werden.

UBA Pressemitteilung 2007

  • Hinweis!

Hier finden sie einen Bericht des Umweltbundesamt aus 2010 über die Überprüfung von Babyartikeln auf Schadstoffe. Die überprüften Babyartikel, deren chemische Analysen und die Ergebnisse der Analysen mit ausführlichen Erklärungen zu den jeweiligen Schadstoffen. Wenn sie noch an weiteren Informationen interessiert sind.

UBA Prüfbericht

Weitere Quellen:

Zu jedem der oben genannten Schadstoffe in Baby- und Kinderartikeln finden sie unter https://de.wikipedia.org Artikel, die Ihnen noch weitere Informationen bieten.

Heiko U. Käfferlein, Monika Zaghow, Thomas Brüning (2009). Literaturstudie zur Hautgängigkeit von Azofarbmitteln. BGFA-Info 02/09: 12-15. https://www.bgfa.ruhr-uni-bochum.de/pdf/bgfa-info0209_Azofarbmittel.pdf

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